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Börsenstrategien


Professionelle Börsenstrategien helfen typische Anlegerfehler zu vermeiden.


Einige Modelle haben ihre Feuertaufe in der Finanzkrise jedoch nicht bestanden. Nicht genug, dass sich aus der amerikanischen Immobilienblase eine weltweite Finanzkrise entwickelte, der Orkan an den Märkten erschütterte auch die Grundfesten der modernen Finanztheorie.

Insbesondere das Versagen der Diversifikationsstrategie stellte selbst wissenschaftlich fundierte Anlagekonzepte infrage. David Swensen, der das Stiftungsvermögen der amerikanischen Eliteuniversität Yale managt, setzte als einer der Ersten auf die Beimischung alternativer Assetklassen und feierte damit große Erfolge: Von 1985 bis 2007 erzielte er im Schnitt 16 Prozent Wertzuwachs pro Jahr. Selbst während des Crashs 2002 erwirtschaftete die Universität dank der breiten Diversifikation noch ein Plus.

Damit schien der Praxistest bestanden. In der Folge wurden Rohstoffinvestments, Hedgefonds und Private-Equity-Investments mit dem Verweis auf die Risikodiversifikation auch gezielt an Kleinanleger vermarktet. Weil in der Finanzkrise zum ersten Mal alle Assetklassen gleichermaßen unter die Räder gerieten, wurde nicht nur Swensen kalt erwischt. Allein die 10 größten amerikanischen Stiftungsvermögen, die ihre Anlagen alle nach dem Prinzip Swensens managten, verloren im Jahr 2008 zusammengenommen 36 Milliarden US-Dollar! Doch, obwohl es sich gezeigt hat, dass die Diversifikation in extremen Phasen nicht funktioniert, sehen Vermögensverwalter und Fondsmanager keine Alternative: An Risikostreuung führt auch künftig kein Weg vorbei.

Anleger sollten keinesfalls auf eine breite Streuung verzichten, rät das Deutsche Aktieninstitut. Zwar sind mit den Turbulenzen auf den Finanzmärkten die Preise fast aller Vermögensgegenstände gefallen. Ausgenommen hiervon sind aber liquide und sichere Anlagen, wie z.B. deutsche Staatsanleihen oder Tagesgeldkonten. Hier zeigt sich ein wichtiger Vorteil eines diversifizierten Depots, das selbstverständlich auch diese liquiden Mittel enthalten sollte. Um Schwächeperioden der anderen Vermögensgegenstände überbrücken zu können, sollte jeder Anleger schnell verfügbare und relativ wertbeständige Geldanlagen besitzen. Dann muss er keine Aktien oder Fondsanteile unter ihrem eigentlichen Wert verkaufen, wenn er kurzfristig Geld braucht.

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Börsenstrategien vor. Es ist ganz wichtig, die entsprechende(n) Strategie(n) an den jeweiligen Zielen auszurichten.

 

Averaging-Strategie

Unter der Bezeichnung versteht man eine längerfristig angelegte Strategie, mit der Investoren auf einen möglichst günstigen durchschnittlichen Kaufkurs für ein Wertpapier zielen, indem sie zu festgelegten Zeitpunkten immer gleiche Stückzahlen eines zuvor erworbenen Wertpapiers nachkaufen oder so viele Stücke erwerben, wie für einen bestimmten Geldbetrag erhältlich sind. Mit Hilfe der Averaging-Strategie kommen Investoren bei einem Kursanstieg schneller wieder in die Gewinnzone. Dabei können oftmals beträchtliche Kursgewinne vereinnahmt werden. Bei dieser Strategie werden bei nachgebenden Kursen Aktien zugekauft, um den durchschnittlichen Einstandspreis quasi automatisch zu verringern. Dies kann dazu führen, dass immer mehr Geld in aussichtslose Aktien investiert wird. Privatanleger sollten bei ständig fallenden Kursen höchstens einmal nachkaufen. Denn nicht jeder kräftig gesunkene Aktienkurs setzt später zu einem Höhenflug an. Wenn das konjunkturelle Umfeld von einer Orientierungslosigkeit der Märkte, der anhaltenden Verunsicherung der Anleger sowie einer generellen Zurückhaltung bei Investitionen gekennzeichnet ist. Anleger, die sich auch von einer länger anhaltenden Baisse nicht abschrecken lassen, bekommen oftmals gute Aktien zum Schnäppchenpreis. Immer mehr Anleger entdecken Hedging-Geschäfte als Alternative. Dort können sie zu den Aktien passende Verkaufsoptionen ordern, um mögliche Kursverluste zu lindern. Die Sicherung am Terminmarkt kostet jedoch zusätzliches Geld.

Für spekulativ eingestellte Investoren interessant!

 

Dividendenstrategie

Bei der Dividendenstrategie handelt es sich um einen Klassiker, der eher als konservative Strategie bezeichnet werden kann. Benjamin Graham war unseres Wissens der Erste,  der diese Strategie um 1930 entwickelte.  Der Grundgedanke der Überlegung ist relativ simpel. Unternehmen, die wettbewerbsfähig und erfolgreich  sind,  können mehr Gewinne generieren. Die Gewinne werden bei einer Aktiengesellschaft zum größten Teil wieder als Dividende ausgeschüttet. In der Theorie geht man davon aus, dass sich Unternehmen mit einer hohen Dividendenrendite langfristig besser entwickeln als der Markt. Dieses hat sich in der Praxis auch immer wieder bewiesen.

Dividendenrendite = (Dividende pro Aktie /Aktienkurs) * 100

Aber zurück zu der Strategie von Benjamin Graham. Er riet den Anlegern aus dem Dow Jones (Index mit den 30 größten Unternehmen aus Amerika) die 10 Werte mit der höchsten Dividendenrendite zu kaufen und ein Jahr im Depot zu verwahren. Graham hat den Dow Jones als Index gewählt, weil Unternehmen in diesem Segment eine hohe fundamentale Sicherheit ausweisen.  Nach einen Jahr werden die Werte wieder überprüft und eventuell ausgetauscht. Diese Strategie ist nicht für die kurzfristige Anlage gedacht, da die Werte ein Jahr gehalten werden müssen.

 

Elliot Waves Strategie

Von den meisten als reichlich esoterische Möglichkeit der Marktbeobachtung ein wenig belächelt, von einer Minderheit dogmatisch als die als die einzig wahre Möglichkeit für eine ordentliche Prognose in den analytischen Olymp erhoben, sind die Elliott Waves nüchtern betrachtet einfach nur eines: Ein Fraktal, eine selbstähnliche Struktur. Dabei tritt auf einer denkbar kleinen Zeitebene genau das gleich Muster auf wie auf der höchstmöglichen hierarchischen Ebene. Im Minutentakt entstehen die gleichen Muster wie im Verlauf von Jahrzehnten. Und die letzteren sind aus den identischen oder aber in den Finanzmärkten zumindest vergleichbaren Strukturen aufgebaut. Ein faszinierendes, zugleich aber auch intellektuell außergewöhnlich forderndes Konzept. Eine kleine Veränderung bei der Interpretation des Intraday Charts kann möglicherweise sogar Auswirkungen auf die Antwort auf die Frage haben, ob in den nächsten Jahren eine Hausse oder Baisse angesagt ist. Genau dieser Umstand ist es auch, der die Elliott Waves so anfechtbar, viele ihrer Vertreter oft genug zu Dogmatikern und deren Prognosen oft so gewaltig auseinanderstrebend lässt.

Dennoch: Mit viel Erfahrung angewandt sind die Elliott Waves von fast unschätzbarem Wert gerade für einen Analyse, die mehr will, als nur nach der Entwicklung in den nächsten zwei bis drei Wochen zu fragen. Darüber hinaus fördern sie das für ein erfolgreiches Bestehen an den Finanzmärkten völlig unabdingbare Denken in Strukturen und Mustern. Genau dieser Umstand ist es auch, der die Elliott Waves so anfechtbar, viele ihrer Vertreter oft genug zu Dogmatikern und deren Prognosen oft so gewaltig auseinanderstrebend lässt. Dennoch: Mit viel Erfahrung angewandt sind die Elliott Waves von fast unschätzbarem Wert gerade für einen Analyse, die mehr will, als nur nach der Entwicklung in den nächsten zwei bis drei Wochen zu fragen. Darüber hinaus fördern sie das für ein erfolgreiches Bestehen in den Finanzmärkten völlig unabdingbare Denken in Strukturen und Mustern. Im Regelfall wird einer „A“ (Anfang) eine „B“ (Bear Market Rallye) und der wiederum auch noch eine oft genug ziemlich dynamische „C“ folgen.

Die Elliott-Wellen sind ein Mittel der markttechnischen Analyse zur Vorhersage von Trends in Finanzmärkten. Die Theorie wurde in den späten 1920ern von dem US-Amerikaner Ralph Nelson Elliott entwickelt. Elliott versuchte damit, psychologische Aspekte des Käuferverhaltens zu berücksichtigen. Bedeutend zur Weiterentwicklung und Verbreitung der Elliot-Wellen-Theorie haben die US-Amerikaner Alfred Frost und Robert Prechter beigetragen.

Die Elliott-Wellen-Theorie ist insbesondere eine Analyse massenpsychologisch bedingter Bewegungen des Marktes. Die Wellentheorie von Elliott besteht aus zwei Bereichen, dem Erkennen von Wellen-Formationen und der Verwendung von Fibonacci-Zahlen. Die Aufgabe der Wellen-Theorie ist es, das Verhalten des Marktes zu beschreiben und nur sekundär Aussagen über die zukünftige Entwicklung zu machen.

Die Kernaussage der Theorie basiert auf der Annahme, dass sich die Kurse aufgrund von massen-psychologischem Verhalten verändern und sich daraus selbstähnliche Formationen in den Charts ableiten lassen. Wir halten von dieser Methode aber recht wenig.

 

Growthstrategie

Investoren, die eine Growth-Strategie verfolgen, setzen auf Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial; die zukünftigen Erwartungen spielen eine große Rolle. Zum einen gilt es künftige Boom-Märkte zu entdecken, zum anderen müssen Unternehmen ausfindig gemacht werden, die sich durch eine hohe Wachstumsdynamik auszeichnen, um in ihrer Branche bestehen zu können. Viele Privatanleger orientieren sich an den zukünftigen Wachstumschancen eines Investments, weil das noch den Reiz des Geheimnisvollen hat. Bei der Growthstrategie setzen die Investoren große Erwartungen in Aktien, die sich nicht zwangsläufig erfüllen müssen. So schneiden Growth-Werte meist schlechter ab, wenn Pessimismus die Börsen beherrscht.

Für langfristig eingestellte Anleger geeignet!

 

Low-5-Strategie

Aus der Strategie von Graham  entwickelte O’Higgins die Low-5-Strategie. Bei der Low-5-Strategie werden ebenfalls die 10 dividendenstärksten Werte aus einem Index ermittelt. Allerdings werden die 5 Werte mit dem niedrigsten Kurs gekauft. Hinter dieser Strategie steckt ein psychologischer Grund. Aktien mit einem niedrigen Kurs sehen einfach billiger aus. Wie bei der Strategie von Graham, werden auch diese ausgewählten Aktien ein Jahr im Depot aufbewahrt und danach wieder überprüft. Diese Strategien sind relativ simpel und einfach umzusetzen.  Aber wie hat Schiller schon gesagt “Einfachheit ist das Resultat der Reife“. Beide Strategien haben sich in der Praxis bewährt und werden von vielen Anlegern erfolgreich umgesetzt.

Um in Deutschland die größten Unternehmen mit der höchsten fundamentalen Sicherheit zu finden, lohnt sich ein Blick in den DAX.  Im DAX befinden sich die 30 größten Unternehmen aus Deutschland. Aus dem DAX hat sich der Dividendenindex (DivDAX) entwickelt in dem sich 15 Unternehmen mit der höchsten Dividende.

Unsere Empfehlung wäre, dass man diese Werte vierteljährlich, jeweils am Quartalsende überprüft. Dazu sollte man auch noch die Umlaufrendite prüfen.

 

Portfoliostrategie

Als Portfolio bezeichnet man die Gesamtheit der Wertpapiergattungen, die ein Investor besitzt. Der Grundgedanke der Portfoliostrategie ist, dass der langfristige Anlageerfolg bei der Wertpapieranlage eine durchdachte Risikostreuung erfordert. Der finanzielle Erfolg des Investors steht und fällt also mit der Depotstruktur. Das Kapital soll hier auf verschiedene Anlagekategorien aufgeteilt werden, weil jedes Anlageinstrument ein spezielles Rendite-Risiko-Profil hat. Privatanleger, die ihr Investment auf verschiedene Produkte streuen, senken damit auch das Risiko.

Der Anteil an Aktien, Renten, Rohstoffen und Immobilien hängt vom Anlagehorizont und der Risikobereitschaft des Anlegers ab. Aber auch das Alter und die Renditeerwartung des Investors spielen eine große Rolle. Die Depotstruktur muss stets an das Alter und die Lebenssituation angepasst werden, weil bspw. ein Berufseinsteiger im Laufe seines Lebens Verlustpositionen besser aussitzen kann als ein Rentner. Bei Rentnern ist häufig zu beobachten, dass sie auf sichere Anlagen setzen und riskantere, aber längerfristig ertragreichere Aktien ihrem Depot nur beimischen.

Gefragt sind sichere Geldmarkt- und Immobilienfonds. Sicherheitsbewusste Anleger sollten zwei Drittel ihres Geldes in sichere Finanzprodukte investieren. Etwa in Sparbriefe oder Festgeld. Investoren, die sich durch ein höheres Risikobewusstsein auszeichnen, können bis zu zwei Drittel ihres Geldes in Investmentfonds anlegen.

Es genügt, dass der Investor die Depotstruktur einmal pro Quartal überprüft. Konnten einzelne Aktientitel hohe Wertzuwächse verzeichnen, stockt dies automatisch den Aktienanteil auf. Dies muss dann angepasst werden. Vor allem bei kleineren Vermögen empfehlen sich Produkte, die Indizes abbilden und so eine gute Möglichkeit zur Risikostreuung bieten.

Viele Anleger haben in der Vergangenheit nur in ihrer Lieblingsbranche „Stockpicking“ betrieben, anstatt ein ausgeglichenes Portfolio mit gesunder Risikostruktur aufzubauen. Nach der Krise am Neuen Markt hat bei den Privatanlegern ein Umdenken stattgefunden. Insgesamt gilt es, die Zusammensetzung des Portfolios nicht unnötig zu verkomplizieren, da sich der Anleger ansonsten leicht „verzetteln“ kann.

Bei verschiedenen Wertpapiergattungen verlieren selbst Börsenprofis schon mal den Überblick. Bei einer ausgeprägten schlechten Börsenstimmung, dürfte sich der Kurs seiner Aktienanlagen trotz Diversifikation auf breiter Front nach unten bewegen. Allerdings kann er mit vergleichsweise geringen Einbußen rechnen.

Diese Strategie ist für ältere und konservativere Anleger geeignet.

 

Strategie der Relativen Stärke!

Die relative Stärke nutzt den Grundsatz „the trend is your friend“, um besonders in mehrjährigen Aufwärtsmärkten überdurchschnittliche Gewinne zu erzielen. Der Begriff relative Stärke wurde von Robert A. Levy 1967 geprägt, er fand heraus, dass US Aktien, die in den letzten 6 Monaten stark gestiegen waren, auch in den darauf folgenden 6 Monaten überdurchschnittliche Kursgewinne erzielten. Es gibt Studien, die prüften, ob sich dieses Phänomen der relativen Stärke auch für einzelne Branchen bzw. im Vergleich zwischen Länderindizes nachweisen lässt. Die Ergebnisse waren übereinstimmend, egal ob bei Einzelaktien, Branchen oder Länder, es gibt langfristig eine klare Tendenz, dass jene Aktien bzw. – Gruppen, die in den letzten sechs bis zwölf Monaten stärker gestiegen sind als der Marktdurchschnitt auch mehrere Monate weiterhin außergewöhnlich stark steigen werden. Besonders ausgeprägt ist das für die jeweils 10 Prozent der Aktien mit der höchsten Kurssteigerung (höchste relative Stärke) verglichen mit dem jeweiligen Gesamtmarkt.          

Es gibt typische Begleiterscheinungen für Aktien mit hoher relativer Stärke, sie schwanken stärker als der Marktdurchschnitt (hohe Volatilität), und nach mehreren Jahren dreht sich der Effekt um, d.h. Aktien, die über mehrere Jahre überdurchschnittlich gestiegen sind (ca. 5 Jahre), werden in den darauf folgenden ca. 5 Jahren eine Underperformance aufweisen. Was ist die Ursache dieses relativen Stärke Effekts? Studienergebnisse weisen darauf hin, dass positive Gewinnüberraschungen einzelner Aktien und ganzer Branchen dafür verantwortlich sind. Der Großteil der Outperformance von Einzelaktien mit hoher relativer Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt entsteht innerhalb weniger Tage rund um die Veröffentlichung der Quartalsgewinne.

Offenbar unterschätzen Aktienanalysten bei einzelnen Aktien bzw. Branchen mit ihren Prognosen den tatsächlichen Gewinnanstieg, bei Veröffentlichung der Quartalergebnisse erfolgt ein Kurssprung der Aktie, die Analysten heben die Gewinnschätzungen für die Folgequartale nur zögerlich an, sie warten darauf, ob die positive Gewinnüberraschung eine „Eintagsfliege“ war. Erfolgt beim nächsten Quartalsergebnis wieder eine positive Gewinnüberraschung, benötigen die Analysten einige Quartale, um sich mit der Gewinnschätzung an die Realität anzunähern und Überraschungen zu beenden. Bis dahin ergeben sich einige Quartale mit stark steigenden Kursen. Bei einzelnen Branchen bzw. Ländern, deren Aktien über mehrere Quartale außergewöhnlich stark steigen, ist es neben der hohen Gewinndynamik auch wichtig, dass diese Aktien am Anlagemarkt gerade „in“ sind und dass sie als Themen von Anlagegesellschaften für einige Zeit stark beworben werden.

Die relative Stärke funktioniert saisonal während des Jahres unterschiedlich gut, ausgezeichnet gegen Jahresende, dagegen schlecht in den ersten Wochen eines neuen Jahres, in denen meist die Vorjahresverlierer zu jenen Aktien mit den höchsten Kursgewinnen zählen.  Die Ursachen dafür sind steuerliche Gründe und Umschichtungen von Anlegern zur Jahreswende. In Langfristvergleichen zeigte sich, dass die Performance wesentlich verbessert werden kann, wenn man jene Aktien auswählt, die nicht überteuert sind  (O´Shaughnessy, bei KGV 20, KBV  1, KUV  1,5). Als besonders günstiger Einstiegspunkt erscheinen wenige Tage vor Bekanntgabe der Quartalsergebnisse oder bei charttechnischen Ausbrüchen nach oben nach einer mehrwöchigen Konsolidierung (William O´Neil Strategie). Generell gilt, je kürzer die Haltedauer desto besser die Performance, allerdings vor Berücksichtigung von Handelsspesen. Der größte Gefahrenpunkt für die relative Stärke Strategie ist beim Übergang in einen mehrmonatigen oder mehrjährigen Bärenmarkt, dann brechen die meisten Aufwärtstrends der letzten Jahre. Die relative Stärke Strategie funktioniert besonders gut in mehrjährigen Bullenmärkten um Einzelaktien, Branchen und Länder herauszufiltern, die überdurchschnittlich stark steigen werden.

 

Turnaroundstrategie

Bei dieser Börsenstrategie kaufen Investoren Aktien eines angeschlagenen Unternehmens in der Hoffnung, dass dieses den Turnaround schafft. Um die Gesellschaften zu erkennen, brauchen potenzielle Anleger gute Bilanzkenntnisse und müssen sich intensiv mit dem Unternehmen auseinander gesetzt haben. Außerdem weisen die Aktien solcher Unternehmen oftmals einen geringen Kurswert auf. Viele Privatanleger gehen davon aus, dass sie Kursgewinne realisieren können, sobald der Turnaround gelingt. Tatsächlich ziehen die Aktienkurse des betreffenden Unternehmens aber häufig schon vorher an. Investoren, die diese Strategie erfolgreich anwenden, können an der Börse mit hohen Kursgewinnen rechnen. Nach einem längeren und steileren Aufwärtstrend gibt es häufig Wertsteigerungen von mindestens 50 Prozent und mehr. Zwei Nachteile schrecken aber ab: Entweder die Aktie hat den Turnaround nicht geschafft und muss wieder verkauft werden, oder sie hat ihn geschafft, zeigt aber keinen deutlichen Aufwärtstrend. Die Turnaround-Strategie ist wesentlich gefährlicher als die Umkehrstrategie. Bei ihr droht schnell ein Totalverlust. Diese hoch spekulative Strategie setzt Know-how voraus, über das bislang nur die Börsenprofis verfügen. Das Bottom-Fishing ist wesentlicher Bestandteil der Turnaround-Strategie, denn der Investor versucht, eine Widerstandszone zu finden, wo die Aktienkurse vom Abwärtstrend in den Aufwärtstrend übergehen. Übersetzt man Bottom-Fishing aus dem Englischen, so würde man von einem „Boden fischen“ sprechen. Im vorliegenden Fall geht es um den Versuch, eine Aktie möglichst günstig „vom Boden abzufischen“.

Diese Strategie ist nur für spekulative Anleger geeignet.

 

Trendfolgestrategie

Bei dieser Börsenstrategie ordern Investoren die im vorherigen Monat am stärksten gestiegenen Aktien und hoffen auf eine Trendbestätigung. Sie wird daher auch „Prozyklische Anlagestrategie“ genannt. Diese Umschreibung ist durch die Trendfolgestrategie ersetzt worden. Diese Methode ist aber zum Großteil identisch mit dem klassischen Begriff der „prozyklischen Börsen-strategie“.                                                           

Grundidee bei der Anwendung dieser Strategie ist unter anderem die Annahme, dass die Masse der Anleger mit dem Trend handelt, den sie durch ihr Verhalten weiter verstärkt. Wenn bestimmte Aktientitel angesagt sind, werden sie von vielen Investoren nachgefragt, unabhängig von der Höhe ihres Kurswerts. Nach der Trendwende werden die gleichen Aktien um jeden Preis abgestoßen. Investoren sollten sich möglichst am Anfang einer Aufwärtsbewegung mit Aktien eindecken, um sie nach der Trendwende verkaufen zu können. Als Hilfe bieten sich charttechnische Signale an, die sowohl eine anhaltende Aufwärtstendenz als auch eine Trendumkehr anzeigen. Die Renditen fallen bei dieser Strategie häufig nicht besonders üppig aus. Das liegt vor allem daran, dass Fondsmanager und institutionelle Anleger wie Versicherungen mit den Privatanlegern um die besten Einstiegskurse konkurrieren.

Für spekulative und kurzfristige Anleger geeignet.

 

Umkehrstrategie

Bei dieser Börsenstrategie kaufen Investoren die im vorherigen Monat am stärksten gefallenen Aktien und hoffen auf eine Trendwende. Sie wird daher auch „Antizyklische Anlagestrategie“ genannt. Diese Umschreibung ist durch die Umkehrstrategie ersetzt worden. Diese Methode ist aber zum Großteil identisch mit dem klassischen Begriff der „antizyklischen Börsenstrategie“.                                                              

Beide Strategien stellen dem herrschenden Trend an den Wertpapiermärkten ein entgegengesetztes Anlageverhalten gegenüber. Gemeinhin haben Umkehrstrategien den gravierenden Nachteil, dass den Investoren oftmals der Mut fehlt, die Methode konsequent zu Ende zu führen. Um diese Strategien zu realisieren, ist enormes Selbstbewusstsein und eiserne Disziplin nötig. Investoren müssen damit rechnen, dass sie ihre Aktien zu früh verkaufen und Gewinnchancen verpassen. Außerdem geraten sie oftmals vorübergehend in die Verlustzone. Diese Strategie kann besonders Erfolg versprechend sein. Wenn man Glück hat, springen dabei ganz passable Renditen heraus. Als antizyklischer Investor sollte man die Aktien dann kaufen, wenn andere Börseneilnehmer ihre Wertpapiere abstoßen. Anschließend wartet man mit dem Verkauf der Papiere, bis die Euphorie am größten ist. Diese Investoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich gerade nicht von der schlechten Stimmung anstecken lassen. Weil eine schlechte Marktstimmung bedeutet, dass die meisten Investoren ihre Wertpapieranlagen bereits veräußert haben und somit wieder ausreichend Liquidität für eine längerfristige Kurssteigerung im Markt vorhanden ist.

Für spekulativ eingestellte Anleger geeignet.

 

Value-Strategie

Investoren, die eine Value-Strategie verfolgen, setzen auf Unternehmen mit hohem Substanzwert; der im Buchwert-Verhältnis zum Ausdruck kommt. Dabei handelt es sich um Aktien von Gesellschaften mit bewährten Geschäftsmodellen, bei denen sowohl die Kundenzahlen als auch die ökonomischen Unternehmenskennzahlen wie Geschäftsvolumen und Deckungsbeiträge stetig ansteigen. Auch die Dividende ist meist ordentlich. Vor allem in turbulenten Börsenzeiten vertrauen viele Anleger auf Substanzwerte. Die Value-Strategie ist demnach von Vorteil, wenn an der Börse die Vorsicht regiert. Privatanleger entscheiden sich für die Value-Strategie, weil es derzeit viele Unternehmen gibt, deren Börsenwert unter oder bei ihrem Firmenwert liegt. Die Value-Strategie ist ideal für Anleger, die ihr Geld sicher investieren und deshalb nach Substanzperlen suchen. Die Value-Strategie ist selten für Überraschungen gut. So werden bspw. in besseren Börsenzeiten Wachstumstitel beliebter.                                                       

Wenn die Börsen anziehen, werden also Substanzwerte weniger nachgefragt. Substanzwert-orientierte Anleger sollten ihr besonderes Augenmerk auf solche Aktien richten, deren Buchwert in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist. Häufig fällt zwar der Kurswert solcher Aktien aufgrund äußerer Einflüsse zurück, aber der Substanzwert bleibt unberührt. Privatanleger sollten darauf achten, dass sie in besonderen Börsensituationen für Substanz-Standardwerte kurzfristig zusätzliche Mittel zur Verfügung zu haben.

Für langfristig eingestellte Investoren geeignet.

 

Buy-on-rumors-Strategie

Bei dieser Börsenstrategie investieren Anleger in Sondersituationen wie Squeeze-Outs, Übernahmekandidaten oder in die Neugewichtung der Indizes. Weil Aktien, die neu in einen Auswahlindex aufgenommen werden oder deren Gewichtung sich erhöht, tendenziell zulegen. Denn immer mehr Anleger werden auf diese Werte aufmerksam. Wenn man als Anleger an einer Neugewichtung optimal verdienen möchte, muss man sich früh bei potenziellen Nachrückern positionieren. Zum einen beflügelt die Indexaufnahme die Wachstumsphantasie.                                     

Zum anderen müssen sich institutionelle Investoren, die einen Index nachbilden, sich ebenfalls an die veränderte Gewichtung oder die neue Index-Zusammensetzung anpassen. Eines dieser ungeschriebenen Gesetze der Börse ist die überdurchschnittliche Kursperformance von Übernahmekandidaten. Für einen Privatinvestor, der auf wenige Aktientitel setzt, ist die Spekulation auf Sondersituationen eher mühsam.                        

Alternativ kann er in ein entsprechendes Zertifikat oder zahlreiche zur Auswahl stehende Fonds investieren. Gemeinhin haben Buy-on-rumors-Strategien den gravierenden Nachteil, dass man Sondersituation nur schwer vorhersehen kann. Privatanleger sollten bedenken, dass die Zeitspanne, bis das gewünschte Szenario eintritt, mehrere Jahre umfassen kann. Sie sollten also einen sehr langen Atem haben.

Für langfristige Investoren geeignet.