Wichtige Börsenregeln
Manche Fehler muss man nicht selbst machen!
An der Börse wiederholt sich seit vielen Jahren täglich das gleiche Spiel: Anleger kaufen und verkaufen Aktien, weil sie unterschiedliche Meinungen über den künftigen Kursverlauf haben. Fast jeder Investor, der an diesem Prozess über längere Zeit teilnimmt, kennt Fehlentscheidungen und Verluste allzu gut. Doch ärgerliche und kostspielige Missgriffe lassen sich dadurch vermeiden, dass man von der Erfahrung anderer Investoren profitiert.
Es existiert eine Vielzahl von Börsenregeln oder Börsenweisheiten, über die jeder Aktionär zumindest einmal nachgedacht haben sollte. Die meisten sind relativ einfach zu befolgen, ein paar lassen sich nur sehr schwer umsetzen. Würde man alle Weisheiten zusammentragen, ließen sich damit mehrere Bücher füllen. In jedem Fall sollten Anleger die Grundregeln beherrschen und vor allem beherzigen. Einige davon stelle ich Ihnen hier vor:
Der Markt hat immer Recht!
Wer diese Regel versteht und beherzigt, der wird sich viel Ärger ersparen. Denn dieser Satz meint vor allem, dass sich der Markt nicht um den einzelnen Anleger, seine Interessen, Nöte und Ängste kümmert. Es spielt für den Markt keine Rolle, ob Sie gerade eine Aktie gekauft haben oder ob Sie jetzt noch schnell teuer verkaufen möchten. Dasselbe gilt für Ihre persönliche Meinung über Aktien. Sätze wie "Die Aktie, die ich gerade gekauft habe, ist deutlich unterbewertet. Wenn der Markt das erst einmal erkannt hat, wird sie in die Höhe schießen!", zeugen nicht nur von einer gehörigen Portion Selbstüberschätzung, sondern sie können im Zweifel auch eine Menge Geld kosten.
"Der Markt" oder auch "der Kurs" reflektiert lediglich die Gesamtheit an Meinungen aller Anleger im Hinblick auf die Entwicklung einer Aktie. Sie können Glück haben, und eine große Zahl an Marktteilnehmern schließt sich eines Tages ihrer positiven Einschätzung zu einer bestimmten Aktie an - garantiert ist das aber nicht.
Verlieben Sie sich nicht!
Hier kommt eine zweite wichtige Regel: Verlieben Sie sich nie in eine Aktie! Denn Liebe macht bekanntlich blind. Anleger, die sich in ein Investment verliebt haben, werden immer wieder einen Grund finden, sich nicht davon zu trennen, obwohl es längst Zeit dafür geworden ist. Am Ende stellen sie dann meist resigniert fest, dass es jetzt – in Anbetracht der enormen Verluste – für einen Verkauf ohnehin zu spät sei. Jetzt helfe es eben nur noch abzuwarten. Die beiden Grundregeln "Der Markt hat immer Recht!" und "Verliebe dich nicht in deine Aktien"" gelten so auch in den USA, das beweist die Redewendung:
Plan your trade and trade your plan!
Zu Deutsch: Mach einen Plan, bevor du ein Investment eingehst und halte dich dann auch daran! Zu einem solchen Plan gehören ebenso der optimale Einstiegszeitpunkt und der angestrebte Einstiegskurs wie der optimale Zeitpunkt, um eine verlustreiche Position wieder aufzulösen. Bei positivem Verlauf spricht man von "Zielkurs". Erreicht die Aktie den Bereich, den man vorher als Zielkurs definiert hat, dann soll man sie auch verkaufen.
Bei negativem Verlauf einer Anlage bestimmt der Stoppkurs den Zeitpunkt des Ausstiegs. Ein Stoppkurs ist eines der zentralen Instrumente an der Börse. Er bestimmt, dass eine Position aufgelöst wird, sobald das Wertpapier unterhalb eines bestimmten Levels notiert. Dieser Stoppkurs sollte bereits feststehen, bevor man überhaupt einen Kauf abschließt. Keinesfalls sollte man einen Stoppkurs im Nachhinein nach unten korrigieren. Es ist überaus wichtig, sich in jedem Fall konsequent an diese Vorgabe zu halten.
Neben dem Begrenzen der Verluste hat der Stoppkurs nämlich auch eine disziplinierende Funktion. Ohne ihn neigen die meisten Anleger dazu, auf eine verlustbringende Position zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange. Frei nach dem Motto: "Ich kann jetzt nicht verkaufen, die Aktie steigt bestimmt gleich wieder" wird dem Kursverfall tatenlos zugesehen. Wer einmal selbst in dieser Situation war, weiß, wie wichtig es ist, sich konsequent an Stoppkurse zu halten.
Neben den Regeln für das eigene Verhalten, existiert eine riesige Menge an Weisheiten, die sich mit dem Marktgeschehen beschäftigen. Sie alle hängen jedoch auf die eine oder andere Art mit den eingangs genannten Grundregeln zusammen. Hier ein paar zur Auswahl:
Greife nie in ein fallendes Messer!
Jeder kann sich vorstellen, was mit der Hand der Person geschieht, die das versucht. Das Gleiche geschieht mit hoher Wahrscheinlichkeit auch mit Kapital, das man in fallende Werte investiert. Nur wenigen Profis gelingt es, schlauer zu sein als der Markt und den Moment abzupassen, an dem die Talfahrt einer Aktie endet und der Kurs tatsächlich wieder anzieht.
Buy on rumours, sell on news!
Zu Deutsch: Kaufe bei Gerüchten, verkaufe bei Nachrichten. An der Börse wird die Zukunft gehandelt. Ist man im Besitz von Aktien, die im Vorfeld einer erwarteten positiven Meldung stark gestiegen sind, so tut man in den meisten Fällen gut daran, diese Papiere zu verkaufen, wenn die Meldung wie erwartet veröffentlicht wird. Die Fantasie ist in diesem Moment verschwunden, die Anleger, die auf die Meldung gesetzt haben, sind bereits investiert. Fallende Kurse in der Folge sind wahrscheinlich.
Kaufen, wenn die Kanonen donnern!
Auch hier spielt die Tatsache, dass an der Börse die Zukunft gehandelt wird, eine wichtige Rolle. Sind die Kurse in Erwartung eines negativen Ereignisses lange gefallen, so ist damit zu rechnen, dass der Tiefpunkt sich zeitlich in der Nähe des Eintreffens eben dieses Ereignisses befindet. Alle Anleger, die Angst vor den Auswirkungen des Ereignisses auf die Aktienkurse hatten, sind ausgestiegen. Die Situation wird dann nicht mehr von Furcht, sondern von der Reaktion auf Tatsachen bestimmt.
The trend is your friend!
Ein Trend neigt dazu, sich fortzusetzen. Solange er nicht gebrochen wird, gilt er als intakt. Das heißt für Anleger: Positioniere dich in Richtung des bestehenden Trends. Versuche nicht, schlauer zu sein als der Markt.
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